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Presse

Rhein-Zeitung - Ausgabe Asbach, Linz, Unkel vom 05.05.2008

Teilnehmerrekord fällt in Windhagen

Marathon: 708 Sportler starten in zehn Disziplinen für einen guten Zweck

Mit Feuereifer waren nicht nur die Jüngsten bei der Sache: 138 Mädchen
und Jungen starteten beim Bambini-Lauf über 400 Meter und unterstützten
damit die Aktionsgruppe "Kinder in Not", die sich über den Erlös des
Laufereignisses freuen darf.


708 Sportler schlüpften gestern beim Windhagen-Marathon zugunsten der Aktionsgruppe "Kinder in Not" in die Turnschuhe. Der gut aufgelegte Schirmherr der Veranstaltung, Georg Hackl, Livemusik und viele Schülerwettbewerbe sorgten für ausgelassene Stimmung im Stadion.

WINDHAGEN. In Städten wie Berlin, Köln oder Bonn säumen Hunderttausende Schaulustige die Strecke, wenn die Marathonis auf rund 42 asphaltierten Kilometern gegen die Stoppuhr kämpfen. Beim Windhagen-Marathon, der gestern zum zweiten Mal zugunsten der Aktionsgruppe "Kinder in Not" startete, hatte es sich etwa Familie Steinke bei Kilometer 34 der Marathondistanz allein auf weiter Flur mit Kaffee und Klappstühlen gemütlich gemacht, um die Läufer lautstark zu unterstützen. "Die Läufer haben es verdient, dass man sie anfeuert. Es macht Freude zu sehen, wie sehr eine aufmunternde Geste die Sportler motiviert", erklärt das Familienoberhaupt. Party am Streckenrand hatte die zweite Auflage der Veranstaltung, die mit 708 Aktiven einen neuen Teilnehmerrekord verbuchen konnte, zwar nicht zu bieten. Dafür schwärmten die Läufer ausnahmslos von der wunderschönen Strecke, die auf befestigten Waldwegen und asphaltierten Wirtschaftswegen entlang des Pfaffenbachs und des Hallerbachs führte. Erwartet hatten die Organisatoren des SV Eintracht Windhagen lediglich rund 650 Teilnehmer.

Rund 170 Helfer waren im Einsatz, um den reibungslosen Ablauf des Großereignisses zu gewährleisten - mit Erfolg. "Es läuft alles absolut nach Plan", freute sich Organisator Dr. Günter Soost. "Wir freuen uns riesig, dass wir solch einen qualitativ hochwertigen Lauf in Windhagen auf die Beine stellen können." Auch der Schirmherr der Großveranstaltung, der dreifache Olympiasieger und mehrfache Rennrodel-Weltmeister Georg Hackl, fand erneut den Weg in den schönen Westerwald.

Hackl: "Sieg für die Kinder"

"Im vergangenen Jahr konnten der Aktionsgruppe 4000 Euro übergeben werden, die Hilfsprojekten in Indien und den Philippinen zugute kamen", freute sich der Sportler. "Wenn wir auch in diesem Jahr ein wenig Not und Elend der Kinder lindern können, tragen alle Teilnehmer einen großen Sieg davon." Dass dem "Hackl Schorsch" sein

Ehrenamt viel Vergnügen bereitet, konnten die Zuschauer, die sich schon zu früher Stunde zahlreich im Stadion eingefunden hatten, hautnah erleben. Nach der offiziellen Begrüßung ließ es sich der fröhliche Bayer nicht nehmen, mit den Kindern eine Runde auf dem Kunstrasenplatz zu kicken, für Erinnerungsfotos zu posieren oder Medaillen zu verteilen. Denn nachdem Marathonis und Halbmarathonis das Stadion verlassen hatten, herrschte auf der Kunststoffbahn keineswegs tote Hose.
Allein 138 Bambini nahmen sich die 400 Meter Strecke vor - für Beine, die noch nicht einmal drei Jahre alt sind, eine enorme Strecke. "Wir sind begeistert vom großen Interesse von Schülern und Bambini", berichtete Organisator Soost stolz. "Sogar Kindergartenkinder laufen mit." Während die Mädchen und Jungen ihre ersten Lauferfahrungen sammelten, bereiteten sich die älteren Semester entspannt auf ihren Nordic-Walking-Einsatz vor.

Mit zwölf Teilnehmern ihrer "Agger Fitness"-Gruppe war Andrea Wolf aus Lohmar angereist und nutzte die Minuten vor dem Start zum intensiven Dehnen. "Wir wollen den Tag genießen", distanzierte sich die Gruppenleiterin von "jeglichem Leistungsanspruch".

Konzert unter freiem Himmel
Und genießen konnte die Teilnehmer die wahlweise zehn oder fünf Kilometer lange Nordic-Walking-Strecke allemal. Petrus war den Veranstaltern des "Running-for-children-Marathons" wieder einmal wohl gesonnen. Und auch Ortsbürgermeister Josef Rüddel erfreute die Veranstalter mit einer frohen Botschaft, indem er über den Bau der neuen Dreifachturnhalle berichtete (die Rhein-Zeitung berichtete).
Ein musikalisches Glanzlicht wurde den Zuschauern im Stadion in diesem Jahr in Form eines Live-Konzertes unter freiem Himmel geboten. Die Bonner Band "Zoll-Stock" sorgte mit Cover-Versionen von Metallica, Robbie Williams oder Sunrise Avenue nicht nur für die richtige Motivation auf den letzten Laufmetern, sondern spielte im Rahmen ihrer eigenen Benefizaktion "31 Konzerte, 31 soziale Projekte" für den guten Zweck von "Kinder in Not" - natürlich ohne ein Honorar zu verlangen. "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es", lautet übrigens das Motto der fünf Bonner Musiker, das sich auch die Veranstalter des Windhagen-Marathons getrost auf die Fahnen schreiben dürfen. 


Sonja Weber
Rhein-Zeitung - Ausgabe Asbach, Linz, Unkel
vom 05.05.2008

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