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Presse

Rhein-Zeitung, Neuwied, 21. Mai 2007

Startpistole war im Stau

600 Sportler beim Windhagener Marathon dabei

Abgesehen von der Startpistole fehlte es dem ersten Windhagener Marathon "Running for Children" an nichts. Rund 600 Sportler - vom Bambini bis zum Marathonläufer - waren mit der Organisation rundum zufrieden. Viele Windhagener Vereine nutzen das Großereignis, dessen Einnahmen der Aktionsgruppe "Kinder in Not" zugutekamen, für einen "Tag der offenen Tür".


WINDHAGEN. Der Plan sah so aus: Pünktlich um neun Uhr sollte Georg Hackl, dreifacher Olympiasieger und mehrfacher Weltmeister im Rennrodeln, die Pistole zücken und in seiner Eigenschaft als Schirmherr des ersten Windhagener Marathons "Running for Children" den Startschuss für die Langstreckenläufer abfeuern.
Dass dieser Plan letztlich scheiterte, lag nicht am Botschafter der Aktionsgruppe "Kinder in Not": Der allseits beliebte "Hackl Schorsch" hatte sich - wie es sich für einen Spitzensportler gehört - bereits einige Minuten vor Rennbeginn im Startbereich positioniert. Das Einzige, was dem prominenten Aushängeschild des Windhagener Marathons fehlte, war die Startpistole - denn diese steckte samt seines Überbringers im Stau. Spontan übernahm deshalb Detlef Uhlemann, Langstrecken-Bundestrainer des Deutschen Leichtathletikverbandes und Moderator des Events, die Rolle des Startsignals und zählte - passend zur eingespielten Musik - den "Final Countdown" für die Läufer aus.
Gut gelaunt setzte sich das etwa 200 Teilnehmer starke Feld, das sich sowohl aus Marathon- als auch aus Halbmarathon-Läufern zusammensetzte, in Bewegung. Nach einer Ehrenrunde auf dem Windhagener Sportplatz verabschiedeten die zahlreichen Zuschauer die Athleten mit einer "Laola" aus dem Stadion auf die restlichen 41,8 Kilometer.
Georg Hackl dagegen konnte den Windhagener Kunstrasenplatz noch lange nicht verlassen: Fleißig schrieb der Bayer Autogramme und stand für Fotos zur Verfügung, während sich Schüler, Mini-Marathonis und die Teilnehmer des Jedermann-Laufs im Startbereich einfanden. Insgesamt gingen mehr als 600 Aktive an den Start. "Abgesehen von dem kleinen Malheur mit der Pistole ist organisatorisch alles glatt gelaufen", freute sich Organisator Dr. Günther Soost über den reibungslosen Ablauf. "Rund 160 Helfer sind im Einsatz, dazu kommen etwa 40 Vertreter von Feuerwehr, DRK und Polizei, die die Strecke überwachen." Sogar für eine Kinderbetreuung hatten die Organisatoren gesorgt: Heike Kruse, Leiterin der Windhagener Vorkindergartengruppe "Zwergentreff", stand sportlichen Eltern während des Laufs als "Babysitterin" zur Verfügung: "Leider ist der Zulauf nicht so groß wie erwartet. Vielleicht wussten viele Teilnehmer gar nichts von der Möglichkeit, ihre Kinder während des Rennens in Betreuung zu geben", vermutete Kruse.
Dennoch waren zahlreiche Teilnehmer mit ihren Familien angereist und nutzen die Gelegenheit zu einem Ausflug in die Natur. Idyllisch gelegen war etwa die Verpflegungsstation, die den Halbmarathon-Läufern nach 10,6, den Marathonläufern nach 25,6 Kilometern zur Verfügung stand. Helfer Hans-Josef Eichen und seine Kollegen hatten alle Hände voll zu tun, um die Sportler mit Flüssigkeit und Bananen zu versorgen. "Isotonisches Getränk, Schorle oder Wasser", boten sie im Laufschritt an.
Eine kürzere Distanz als die Marathon-Läufer legten Mitglieder und Gäste des Golfclubs Waldbrunnen während des Windhagener Laufevents zurück. Anlässlich der Großveranstaltung hatte der Club - ebenso wie der Reitverein, das Vitalium und der Sportpark Windhagen - zum "Tag der offenen Tür" geladen, was dem Präsidenten des Golfclubs, Ulrich Gruß, gar nicht so unpassend erschien. "Auch Golf ist gewissermaßen ein Ausdauersport - beim Marathon schwitzt man nur mehr." Ein passionierter Golfspieler legt auf dem hügeligen, 80 Hektar umfassenden Parcours eine Strecke von etwa acht Kilometern in rund vier Stunden zurück.
Über körperliche Herausforderung dieser Art konnte der Sieger des Marathons, Thomas Mauel, sicher nur müde lächeln. In den letzten drei Wochen standen für den Sportler bisher drei Marathons und zwei Fahrradrennen auf dem Programm. "Das war ein ganz schön strammer Lauf heute", musste der Athlet vom SSG Königswinter zugeben. "Die Strecke war landschaftlich sehr reizvoll, und auch die liebevolle Betreuung an den Pflegestationen hat mir sehr geholfen", lobte der Sportler und fügte hinzu: "Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt und werde es sicher weitersagen - damit im nächsten Jahr hoffentlich noch mehr Läufer den Weg nach Windhagen finden." Sonja Weber
Rhein-Zeitung - Ausgabe Asbach, Linz, Unkel vom 21.05.2007, Seite 13.

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